Der stumme Mensch

Ich begegne häufig Menschen, denen es sehr schwer fällt, ihre Stimme zu nutzen, zu sagen, wie es ihnen geht, was sie möchten und was sie brauchen.

Das was gefühlt wird, kann nicht ausgesprochen werden. Es gibt kaum Worte und Laute dafür.

Ich erinnere mich, als ich als Kind/Jugendliche/Erwachsene es nicht ausgehalten habe, wenn in Filmen Dinge nicht aus- und angesprochen wurden. Da gibt es die Klassiker, dass jemand annimmt, was der andere getan hat und bricht den Kontakt ab, ist beleidigt und läuft davon. Und dann nimmt das Drama seinen Lauf. Ich saß dann jedes Mal etwas verzweifelt vor dem Bildschirm und fragte mich, wieso fragt die Person nicht einfach wie es wirklich war? Was ist denn daran so schwer?

Was für mich unverständlich ist, ist für andere tatsächlich schwer. Sie sind emotional überfordert. Da diese Menschen also mit ihren eigenen Emotionen überfordert sind und ergo nicht ausdrücken können, gehen sie in den Rückzug, laufen davon, schweigen und machen den anderen für ihre eigene Unfähigkeit zu kommunizieren (unbewusst und indirekt) verantwortlich. Es wird geschmollt und Liebesentzug betrieben. Nicht nur in privaten Beziehungen, sondern auch im beruflichen Umfeld. Das Gegenüber wird mit Nichtachtung und Schweigen bestraft. Die Person erkennt ihre eigene Unreife nicht und fühlt sich obendrein noch machtvoll. Zwischenmenschlich ist das der absolute Wahnsinn.

Und dann gibt es noch jene Menschen, die auch im Bett keine Worte und Laute finden. Die stumm wie ein Fisch daliegen und innerlich völlig verkrampft sind. Die das, was sie fühlen nicht ausdrücken können. Weil sie es vielleicht gar nicht anders kennen, sich schämen, sich blöd vorkommen oder es sogar ordinär finden …  Vermutlich ist dies, ein und derselbe Mensch.

Wir leben in einer Welt, in der Menschen total verkopft sind und keinen (guten) Kontakt zu ihrem Körper haben. Diese Menschen haben zwar die Fähigkeit sehr viel zu sprechen und recht schnell, nur leider ohne Inhalt, ohne Gefühl, ohne Emotionen. Das Gesprochene wird nicht gefühlt. Die Kopfstimme ist eine andere als die emotionale Stimme.

Nur was verbindet uns? Was bringt uns in unseren Körper? Was hindert uns, in unseren Körper zu kommen? Wo sind wir blockiert.  

Es ist die Kehle, das Kehlchakra, das Halschakra.
Der Hals ist die physische Verbindung zwischen Kopf und Körper, die Kehle, das Kehlchakra die energetische Verbindung. Der Hals wirkt wie eine Schleuse für unsere Gefühle, Emotionen und Empfindungen.

Das was wir FÜHLEN, wird über die STIMME ausgedrückt. Mit Worten und/oder Lauten.

Denk mal an ein gutes Essen und ganz natürlich machst du ein „mmmmhhhh“ … Denk an etwas Lustiges. Lachst du laut auf oder ziehen sich nur deine Mundwinkel nach oben ohne einen Laut von dir zu geben. Denk an Sex und ganz natürlich wird dein Atem tiefer und du gibst lustvolle Laute von dir wenn es dir gefällt. Ganz automatisch.
Ist das Kehlchakra blockiert, bleibt der Mensch stumm. Da kommt dann auch kein „mmmmhhhh“, kein Lachen, kein Seufzen, kein Stöhnen, … es wird alles runtergeschluckt und unterdrückt.

Wer willst du sein? Ein imposanter, kraftvoller Löwe oder ein graues, stilles Mäuschen.

Das Halschakra ist eng mit dem Sakralchakra, also dem „Sex-Chakra“ verbunden. Ein starkes Hals-Chakra bedeutet, dass das Sex-Chakra auch stark ist, daher haben sehr kreative Menschen starke Sexualtriebe. (Ein starkes Sex-Chakra bedeutet andererseits jedoch nicht, dass auch das Hals-Chakra stark ist).

Auf einer körperlichen Ebene manifestiert sich ein schwaches Halschakra, durch Probleme mit den Schilddrüsen, Nebenschilddrüsen, der Atmung (Luftzufuhr) bis hin zu Asthma, energetisch mit Sprachlosigkeit, Konfliktunfähigkeit, Arroganz, Überheblichkeit, Machtgehabe,…
Ein schwaches Sex-Chakra wiederum manifestiert sich mit Krankheiten der Geschlechtsorgane, Harnorgane, und auf energetischer Ebene mit Lustlosigkeit, Erregungsschwierigkeiten, Erektionsproblemen, mangelnder Lebensenergie, schwacher Libido, Scham, Schuld, Ängste, …

Wie können wir also diese Verbindung zum Körper wieder finden. Wie so oft, gibt es nicht nur die eine Lösung oder Möglichkeit.

Ein für mich einfacher und sehr wirksamer Weg ist, die Stimme und die Atmung mit einer einfachen und intensiven Atemübung zu aktivieren und den Kanal zwischen Hals und Becken zu öffnen, damit Energie wieder frei fließen kann.
Atme tief in den Bauch, in dein Becken ein und bei jeder Ausatmung machst du einen Ton, der tief aus deinem Becken kommt.
So einfach das klingt, so schwierig ist das auch, wenn die Verbindung zwischen Hals und Becken nicht besteht. Es wird vermutlich eine Weile brauchen, bis du vollständig im Becken angekommen bist. Vielleicht Tage, Wochen oder Monate. Je mehr diese Verbindung aufgebaut wird, desto tiefer wird der Ton, deine Stimme, deine Atmung und desto selbstverständlicher und schambefreiter wirst du diese Übung empfinden.

Die Stimme und Atmung können also unsere Hemmungen und Blockaden lösen, gleichzeitig verstärkt sie auch unser Empfinden. In dem wir unsere Empfindungen und Gefühle mit Worten und Lauten ausdrücken, lösen wir unterdrückte Gefühle/Emotionen. Denn gleichzeitig bewirkt die Stimme, die Worte, die Laute, dass wir mehr fühlen und spüren können. Verleihen wir unserem Gefühl eine Stimme, bewirkt die Stimme wiederum, dass das Gefühl, die Empfindung in uns stärker wird.
Diese Übung kann emotionale Blockaden lösen, es ist also ganz normal, wenn du plötzlich traurig oder wütend wirst. Wenn das was uns blockiert gelöst ist, können wir auch die angenehmen Gefühle und Empfindungen leichter in uns wahrnehmen. Denn die unterdrückten Gefühle drücken auf unsere Lust, Genuss und Lebendigkeit.

Probier es aus!

Oder nimm an Orgasmic Breathing teil, wo wir genau diese Verbindung zwischen Hals- und Sakralchakra öffnen.

Mein Tipp und Angebot richtet sich ausschließlich an psychisch gesunde und stabile Menschen.

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